IDK besucht Staatliches Museum Ägyptischer Kunst München
Philologie in Hieroglyphen und Pseudoglyphen
21.01.2026
Im Rahmen des Basisseminars I hatten die Philologinnen und Philologen des IDK Philologie im Januar 2026 Gelegenheit zur Teilnahme an einer vom Ägyptologen und IDK-PI Prof. Martin Stadler (JMU Würzburg) geleiteten Führung durch das Staatliche Museum für Ägyptische Kunst in München. Sie erhielten Einblicke in das ägyptische Schriftsystem und dessen historische Entwicklung. Auf Grundlage einschlägiger Einführungsliteratur zur ägyptischen Schriftlichkeit und ihren Konventionen wurde die hieroglyphische Schrift in ihrer Bandbreite erschlossen. Das Spektrum reichte von Votiv-Biographien und funerären Texte, die über mehrere Jahrtausende hinweg immer wieder redigiert wurden, bis hin zu unlesbaren „Pseudoglyphen“ aus Römischer Zeit. Somit konnte ein großes Spektrum der historischen Entwicklung und Anwendungsbreite der ägyptischen Hieroglyphenschrift abgedeckt werden.
Die Forschenden aller Disziplinen stellten zahlreiche interessierte Fragen zu diversen Bereichen der Schrift- und Schreiberkultur des alten Ägypten. Besonders wurde das Verhältnis des Schreibers zum Text, sowie die Wirkung des Textes auf die Betrachtenden hervorgehoben. Dass Texte von sich aus und unabhängig vom Schreiber auch jenseits primärer Lesbarkeit Wirkmächtigkeit erlangen konnten, faszinierte die Gruppe der Promovierenden, Assoziierten, und Postdocs.
Neben den Hieroglyphen in unterschiedlichen Kursivschriften, betrachteten die Philologinnen und Philologen auch eine der sehr selten erhaltenen, falkenförmigen Kultstatuen aus Ägypten. In einem Ausstellungsraum mit vielen anthropomorphen Särgen und einem langen Totenbuchpapyrus nutzte Erik Kiesel (JMU Würzburg), einer der Promovenden des IDK, die Gelegenheit, anhand zweier Objekte des Museums einen Teil der Grundlage seines Promotionsprojektes vorzustellen.
Wir danken Prof. Martin Stadler sowie dem Team des Staatlichen Museums Ägyptischer Kunst herzlich für den Besuch!
Text: Erik Kiesel
Bild: Marco Pouget